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Halkai Halkai ist männlich

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Mordfälle antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Amakasu-Zwischenfall

Der Amakasu-Zwischenfall ereignete sich am 16. September 1923 im Chaos, das dem großen Erdbeben von KantM folgte.

Wie häufig in Japan zu beobachten war, brachen starke Feuer nach dem Erdbeben aus, dem mehr Menschen zum Opfer fielen als der Naturkatastrophe selbst. Über 140.000 Menschen starben. In der Folge gab es zahlreiche von der Regierung genährte Gerüchte, dass Randgruppen die Feuer gelegt hätten. Als Ergebnis dieser Verdächtigungen wurden koreanische und chinesische Arbeiter angegriffen, und die Polizei nutzte die Gelegenheit, sozialistische und anarchistische Aktivisten zu ermorden. Darunter waren Lsugi Sakae, ItM Noe und Sakaes sechs Jahre alter Neffe. Sie wurden von einer Truppe Militärpolizisten unter der Leitung von Leutnant Amakasu Masahiko verhaftet, in den Zellen der Kempeitai verprügelt, ermordet und in Strohmatten eingewickelt zur Verwesung in einen Brunnenschacht geworfen.1931 war er an der Vorbereitung des Mukden-Zwischenfalls beteiligt, eine Tatsache die dazu Anlass gibt, die verbreitete Behauptung, dass Amakasu auf höheren Befehl gehandelt habe, für glaubhaft zu halten.

Die Tötung von Anarchisten dieser hohen Bekanntheit, dazu mit einem jungen Kind, löste Überraschung und Zorn in ganz Japan aus.

Der Verantwortliche wurde von einem Militärtribunal zu zehn Jahren Haft verurteilt, nach drei Jahren amnestiert und zur Militärpolizei in die Mandschurei versetzt.

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12.07.2008 09:48 User offline | E-Mail | Suchen | Buddy |
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Apollonia antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Einer der klassischen Kriminalfälle auf See fand 1981 an Bord der 1968 gebauten Segelyacht Apollonia statt. Die 16 Meter lange Yawl (Zweimaster) trug zuvor den Namen "Wappen von Bremen" und war der gleichnamigen Bremer Segelkameradschaft abgekauft worden. Der neue 35-jährige Eigner beabsichtigte, zusammen mit seiner Freundin und anderen Seglern das Segelschiff in die Karibik zu überführen und anschließend zu verchartern.

Auf Gran Canaria verließ die Crew das Schiff. Um die Überführung trotzdem durchführen zu können, nahm der Eigner einen Mitsegler und dessen Freundin sowie zwei junge Männer als zahlende Gäste an Bord.

Im Verlauf der Atlantiküberquerung kam es aufgrund der Kombination der unterschiedlichen Charaktere zu einem tragischen Verlauf: Der Mitsegler erschoss den Eigner und dessen Freundin, einen weiteren Mitreisenden verletzte er schwer.

Die Leichen blieben auf der karibischen See, die Yacht lief kurz vor Weihnachten auf Barbados ein. Den örtlichen Behörden wurden Lügen aufgetischt, der Plan des Täters ging zunächst auf. Nachdem der Täter jedoch versuchte, die Hinterbliebene des Mordopfers um Geld zu prellen, begannen Ermittlungsarbeiten in Bremen. Der Täter wurde schließlich durch Geständnisse seiner Freundin und des verletzten Mitseglers überführt. Er wurde nach 17 Jahren wegen guter Führung entlassen.

Die Apollonia wurde in der Karibik zunächst weiter eingesetzt, bis sie acht Jahre später in einem Hurrikan sank. Ein amerikanischer Liebhaber restaurierte das Schiff zehn Jahre lang und segelt es noch heute in der Karibik (Stand 2004).

Die ARD bereitete den Vorfall in ihrer Reihe Die großen Kriminalfälle unter dem Titel Mord in der Karibik – Die Todesfahrt der "Apollonia" filmisch auf. Erstausstrahlung war am 8. März 2004.

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12.07.2008 09:50 User offline | E-Mail | Suchen | Buddy |
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Auberge Rouge antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Die Auberge Rouge (auch L´Auberge de Peyrebeille genannt) ist eine ehemalige Herberge auf einem Hochplateau der Ardèche in 1265 m Höhe auf dem Gebiet der Gemeinde Lanarce. Die Herberge lag verkehrsgünstig an der heutigen Nationalstr. 102 zwischen Aubenas und Le Puy im Departement Ardeche in der Region Rhône-Alpes und an der Grenze zu dem Departement Haut-Loire und der Region Auvergne. Man glaubt, dass in der Zeit zwischen 1807 und 1833 dreiundfünfzig Reisende von den Wirtsleuten Pierre Martin seiner Frau Marie Martin geb. Breysse und dem Hausangestellten Jean Rochette umgebracht und dann ausgeraubt wurden. Beim Essen wurden die Gäste durch ein Loch in der Wand von den Wirtsleuten und dem Gehilfen belauscht. Später hatte der Wirt in einem Versteck an der Treppe zu dem Zimmer dem Gast aufgelauert und ihn erschlagen. Anschließend wurden die Leichen teilweise im Ofen verbrannt, andere wieder wurden in der Gegend abgelegt. Die Herberge hatte nur ein Gästezimmer. Andere Übernachtungsmöglichkeiten waren in einer Scheune am Haus vorhanden. Am 2. Oktober 1833 wurden die Wirtsleute Martin und ihr Gehilfe Rochette mit der Guillotine im Hof der Herberge hingerichtet. Es sollen dabei bis zu 30000 Zuschauer anwesend gewesen sein. Mittlerweile ist die Herberge zu einem gut besuchten Museum umgewandelt worden. Neben der alten Auberge Rouge ist ein modernes, kleines Hotel mit Restaurant bzw. Kaffee errichtet worden.

Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac schrieb 1831 die gleichnamige Erzählung, die jedoch in keinerlei Zusammenhang mit den Ereignissen in Peyrebeille steht.

Einige Filme griffen diesen Stoff auf:

* Die rote Herberge, ein französischer Film von Claude Autant-Lara (1951) mit Fernandel, Francoise Rosay und Julien Carette;

* L'auberge rouge, ein französischer Film von Gérard Krawczyk (2006) mit Christian Clavier, Josiane Balasko und Gérard Jugnot.

Halkai hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
300px-Außenansicht_der_Auberge_Rouge.jpg



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12.07.2008 09:52 User offline | E-Mail | Suchen | Buddy |
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Krystian Bala antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Krystian Bala (* 1973) ist ein polnischer Schriftsteller und Fotograf.

2003 veröffentlichte er seinen ersten Roman Amok, dessen Protagonist Chris ein gelangweilter, hergebrachte Werte der polnischen Gesellschaft verschmähender und verspottender Intellektueller ist, der nach zahlreichen sexuellen Eskapaden und unter Alkoholeinfluss begangenen Vandalenakten schließlich seine Freundin grundlos umbringt, ohne jemals gefasst zu werden.

2005 wurde Bala in Chojnów verhaftet, da er verdächtigt wurde, im Jahre 2000 am Mord an einem polnischen Geschäftsmann beteiligt gewesen zu sein, dessen Täter bis dahin nicht ermittelt werden konnten. Bala hatte ein Mobiltelefon aus dem Besitz des Opfers über das Internetauktionshaus Allegro verkauft und dem ermittelnden Beamten fielen Ähnlichkeiten zwischen dem von Bala in seinem Roman geschilderten Mord und dem realen Verbrechen auf. Zudem stellte sich heraus, dass Balas damalige Freundin das Mordopfer kannte und Bala Eifersuchtsgefühle geäußert hatte. Nach einem Indizienprozess wurde Bala Ende 2007 des Mordes schuldig gesprochen und zu 25 Jahren Haft verurteilt. Nach einer Berufung entschied ein Appellationsgericht, dass ein neues Verfahren notwendig sei, da die Beweise ungenügend waren, Bala verbleibt aber bis dahin in Haft.

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12.07.2008 09:53 User offline | E-Mail | Suchen | Buddy |
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Marie Besnard antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Marie Besnard (* 15. August 1896 in Frankreich; † 14. Februar 1980) war die Angeklagte in einem aufsehenerregenden, neun Jahre dauernden Mordprozess. Ihr wurden zwölf Giftmorde zur Last gelegt.

Marie Besnard wurde als Tochter der Kleinbauern Pierre und Marie-Louise Devaillaud in der französischen Provinz Vienne geboren. Kurz nach dem 1. Weltkrieg heiratete Besnard ihren Cousin Auguste Antigny. Beide zogen als Hausmeisterehepaar nach Château des Martîns. 1927 starb Antigny. Der Arzt gab als Todesursache Tuberkulose an. 1929 heiratete sie ihren zweiten Mann, Léon Besnard. Besnard besaß ein eigenes Haus und eine Seilerei in Loudun. Die Ehe blieb kinderlos. Léon Besnard starb am 25. Oktober 1947 nach kurzer Krankheit. Nur wenige Stunden vor seinem Tod hatte er der Posthalterin Louduns, Madame Pintou, anvertraut, dass er glaube, von seiner Frau vergiftet zu werden. Madame Pintou erzählte diese Vermutung weiter, bis sie schließlich der örtlichen Polizei zu Ohren kam. Diese leitete daraufhin Ermittlungen ein, die der Anfang der fast 14 Jahre dauernden Affaire Besnard waren. Während der Ermittlungen der Polizei starb am 16. Januar 1949 die Mutter Marie Besnards, die siebenundachtzigjährige Marie-Louise Devaillaud, die seit 1940 im Haushalt ihrer Tochter lebte. Da zu diesem Zeitpunkt eine Grippeepidemie in Loudun herrschte, bescheinigte der behandelnde Arzt einen natürlichen Tod. Marie Besnard wurde seit 1947 ein außereheliches Verhältnis zu einem auf ihrem Hof arbeitenden, deutschen Kriegsgefangenen namens Dietz nachgesagt. Die Polizei vermutete deswegen, Besnard habe Ehemann und Mutter aus dem Weg geräumt, um ungestört ihre Beziehung zu Dietz zu pflegen. Im Mai 1949 wurde der Leichnam Léon Besnards exhumiert und auf Gift untersucht. Der beauftragte Toxikologe Béroud fand 39 mg Arsen pro Kilogramm Körpergewicht in Besnards Überresten. Eine Dosis, die auf eine tödliche Arsenikvergiftung hinweist. Kurze Zeit später wurde auch Marie-Louise Devaillaud exhumiert. Bei ihr wurden 58 mg Arsen pro Kilogramm Körpergewicht gefunden. Daraufhin wurde Marie Besnard in Untersuchungshaft genommen und nach und nach alle verstorbenen Familienmitglieder und Nachbarn exhumiert.

Die angeblichen Opfer

* Auguste Antigny, Besnards erster Ehemann, starb 1927 im Alter von 33 Jahren. In seinen sterblichen Überresten wurden 60 mg Arsen pro Kilogramm gefunden.
* 1938 starb Louise Lecomte, eine Großtante von Léon Besnard. Sie war zum Zeitpunkt ihres Todes über 80 Jahre alt und hatte Besnard kurz vor ihrem Tod großzügig in ihrem Testament bedacht. Es wurden 35 mg Arsen pro Kilogramm in ihrer Leiche gefunden.
* 1939 verstarb ein Nachbar der Besnards, der Konditor Toussaint Rivet. Bei ihm fand Béroud 18 mg Arsen pro Kilogramm Körpergewicht.
* Im Mai 1940 wurde Pierre Devaillaud beerdigt. Bei ihm wurden 30 mg Arsen pro Kilogramm Körpergewicht festgestellt.
* Im September 1940 starb Léon Besnards Großmutter, Mme. Gouin. Besnard war der Alleinerbe. In ihren Überresten wurden nur so wenig Arsen gefunden, dass es für eine Mordanklage nicht reichte.
* Nur zwei Monate später starb Marie Besnards Schwiegervater, Marcellin Besnard. Das Ehepaar erbte 227000 Franc nach seinem Tod. In den exhumierten Leichenteilen fanden sich 38 mg Arsen pro Kilogramm.
* Keine drei Monate später folgte Besnards Schwiegermutter Marie-Louise Besnard ihrem Mann in den Tod. Wieder erbten Marie und Léon Besnard eine sechsstellige Summe. Bei Marie-Louise Besnard belief sich die tödliche Arsenmenge auf 60 mg pro Kilogramm Körpergewicht.
* Im März 1941 wurde Léons Schwester Lucie erhängt auf dem Dachboden gefunden. Der Selbstmord gab schon zum Todeszeitpunkt einige Rätsel auf. Lucie Besnard war strenggläubige Katholikin gewesen. In ihren Überresten fand Béroud 30 mg Arsen pro Kilogramm Körpergewicht.
* Zwei Monate später suchten zwei Cousinen Léon Besnards bei ihrer Verwandtschaft Zuflucht vor den deutschen Truppen. Pauline und Virginie Lalleron starben überraschend innerhalb weniger Tage, nachdem sie Marie Besnard zur Alleinerbin gemacht hatten. Pauline Lalleron hatte 48 mg, Virginie 24 bis 30 mg Arsen pro Kilogramm Körpergewicht.
* Im Dezember 1941 verstarb Blanche Rivet, die Ehefrau des Konditors. Sie war nach dem Tod ihres Mannes zu den Besnards gezogen und hatte ihnen gegen eine kleine Rente ihr Haus überschrieben. Mme. Rivets sterbliche Überreste wiesen 18 mg Arsen pro Kilogramm Körpergewicht auf.
* Im Oktober 1947 verstarb dann León Besnard.
* Marie-Louise Devaillaud war 1949 das letzte Opfer der Mordserie.

Der Untersuchungsrichter Pierre Roger wollte einen reinen Indizienprozess vermeiden, allerdings gab es außer Mme. Pintou keine Zeugen. Niemand hatte Marie Besnard beim Kauf von Arsen gesehen. Außerdem hatte es in fast keinem Todesfall Symptome einer akuten oder chronischen Arsenvergiftung gegeben. Am 20. Februar 1952 begann in Poitiers der Prozess gegen Marie Besnard. Ihr Anwalt war der damals vierundsechzigjährige Albert Gautrat, zur damaligen Zeit ein Staranwalt. Zunächst kam es zu einer Verurteilung wegen unberechtigt angenommener Rentenzahlungen, die Marie Besnard mit falschen Namen quittiert hatte. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis und 50 000 Francs Geldstrafe. Der eigentliche Prozess stützte sich hauptsächlich auf die Arsenfunde in den exhumierten Leichen. Besnards Anwalt Gautrat zweifelte die Richtigkeit der Untersuchungen an und schaffte es, Zweifel zu erzeugen. Daraufhin wurde ein neues Gutachten und neue Toxikologen angeordnet. Das Gericht von Poitiers beauftragte vier namhafte Toxikologen und Gerichtsmediziner, die Untersuchungen zu wiederholen. Die Professoren Fabre, Kohn-Abrest, Griffon und Piédelièvre benötigten für ihre Untersuchungen zwei Jahre. Da nach den ersten Untersuchungen niemand an eine zweite Exhumierung gedacht hatte, waren z. B. die Oberschenkelknochen mehrerer Toter in ein einziges Grab gelegt worden. Es war unmöglich festzustellen, wessen Knochen hier vorlagen. Piédelièvre nahm zahlreiche Bodenproben aus den verschiedenen Erdschichten, um festzustellen, wie viel Arsen sich in der Erde befand. Weiter wurden Haarproben auf dem Friedhof vergraben, um festzustellen, ob Arsen aus der Erde in die Haare einwandert. Die Untersuchungen untermauerten die Ergebnisse Bérouds, während Besnards Anwalt Gautrat Gegengutachter arbeiten ließ, die sich intensiv mit den Grundlagen der Untersuchungsmethoden, die die Gegenseite anwendete, befassten. Gautrats Ziel war es, Fehler und wissenschaftlich noch nicht einwandfrei bewiesene Methoden aufzuspüren, um damit die Gutachter des Gerichts ebenso zu diskreditieren, wie es ihm bereits bei Béroud gelungen war.

Der zweite Prozess

Am 15. März 1954 begann der zweite Prozess in Bordeaux. Gautrats Taktik ging auf, Prof. Griffon war ein Fehler bei der Giftanalyse unterlaufen, der das Vertrauen des Gerichts in die Richtigkeit der errechneten Giftmengen in den Opfern erschütterte. Bereits am 31. März 1954 war der zweite Prozess dort angelangt, wo der der erste Prozess aufgehört hatte. Das Gericht stimmte neuen Sachverständigengutachten zu und entließ Marie Besnard gegen eine Kaution von 1,2 Millionen Franc bis zum dritten Prozess in die Freiheit. Die Ankläger gewannen den Atomphysiker Frédéric Joliot-Curie, der 1935 den Nobelpreis für Chemie erhalten hatte, als Gutachter für die Staatsanwaltschaft. Joliot-Curie arbeitete bis zu seinem Tod 1958 an dem Gutachten für den Besnard-Prozess. Nach seinem Ableben übernahm sein Schüler Pierre Savel die Arbeit. Er bestätigte unwiderruflich, dass die Haare der Toten von Loudun tödliche Arsenmengen enthielten. Das Gericht sah sich zudem mit dem Problemen des Arsens in der Friedhofserde konfrontiert, mit der Löslichkeit des Arsens durch Wasser und Bodenmikroben. Drei Sachverständige von internationalem Ruf wurden beauftragt, dieses Problem endgültig zu lösen: Prof. René Charles Truhaut als Toxikologe, Prof. Albert Demolon und nach dessen Tod Prof. Maurice Lemoigne als Mikrobiologen und Fachleute für Bodenforschung. Wieder wurden Leichenteile exhumiert und Haarproben sowie Tiere auf dem Friedhof vergraben. Tote, die nichts mit dem Fall zu hatten, wurden ebenso exhumiert und auf Arsen untersucht. Es wurde ein großes Modell des Friedhofs erstellt, das umfangreichen Studien über unterirdische Wasserbewegungen diente.

Der dritte Prozess

Nach sieben Jahren Gutachtertätigkeit begann am 21. November 1961 der dritte und letzte Prozess gegen Marie Besnard. Noch einmal liefen alle Zeugen und alle bisherigen Gutachter und Gegengutachter vor Gericht auf und noch einmal versuchte Gautrat, die neuen Gutachter zu diskreditieren. Die Gutachter des Gerichts konnten trotz aller Experimente nicht endgültig beweisen, dass das Arsen auf keinen Fall aus der Erde in die Toten gelangte. Marie Besnard wurde am 12. Dezember 1961 aus Mangel an Beweisen von der Anklage des zwölffachen Giftmordes frei gesprochen.

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Vera Brühne (geborene Vera Kohlen, nach 1979 nannte sie sich Vera-Maria Adam; * 6. Februar 1910 in Essen; † 17. April 2001 in München) erlangte deutschlandweite Bekanntheit, als sie gemeinsam mit ihrem Bekannten Johann Ferbach (* 9. August 1913, † 21. Juni 1970) am 25. April 1962 angeklagt wurde, den Münchner Arzt Otto Praun und dessen Geliebte und Haushälterin Elfriede Kloo am 14. April 1960 (Gründonnerstag) in Pöcking am Starnberger See ermordet zu haben.

Vera Brühne war in gutbürgerlichen Verhältnissen in Essen-Kray aufgewachsen, ihr Vater, Ludwig Kohlen (1870–1951), war bei ihrer Geburt Bürgermeister der bis 1929 selbständigen Bürgermeisterei Kray-Leithe.

Otto Praun und die Haushälterin Elfriede Kloo waren am Dienstag nach Ostern (19. April 1960) in Prauns Villa in der kleinen Gemeinde Pöcking, bei Starnberg in Bayern, ermordet aufgefunden worden. Zunächst war von einem erweiterten Suizid Prauns ausgegangen worden. Erst nachdem Vera Brühne als Erbin von Prauns Finca in Spanien feststand, wurden auf Betreiben des Sohnes von Praun, Günther Praun, die Leichen exhumiert, obduziert und 1961 wurde Mordanklage gegen Brühne und Ferbach erhoben. Bereits vor Beginn des Mordprozesses wurde Brühne in Stern, Abendzeitung und anderen Medien als Schuldige dargestellt.

Günther Praun brachte verschiedene entscheidende Beweismittel in das Verfahren ein (besonders die Armbanduhr des Opfers und einen angeblich am Tatort gefundenen Brief), die nach den Maßstäben des Strafprozessrechts nicht hätten verwendet werden dürfen, weil sie polizeilich nicht gesichert worden waren und von Praun hätten verfälscht worden sein können. Eine wichtige Rolle im Prozess spielten auch die widersprüchlichen Aussagen der Tochter von Vera Brühne, Sylvia Cossy, die ihre Mutter ursprünglich belastet hatte und ihre Aussage dann vor Gericht widerrief.

Über das Gerichtsverfahren wurde in der Boulevardpresse wochenlang berichtet, die attraktive Brühne als „geldgieriges Luder“ dargestellt, über – zur damaligen Zeit – skandalöse erotische Ausschweifungen spekuliert. Vera Brühne hatte sich massiv in Widersprüche verwickelt und auch versucht, Zeugen zu bestechen. Am 4. Juni 1962 wurde sie, trotz einer schwachen Indizienlage mit dem Mitangeklagten Johann Ferbach wegen gemeinschaftlichen Doppelmordes zu einer lebenslangen Haftstrafe im Zuchthaus verurteilt. Der Revisionsantrag wurde am 4. Dezember 1962 vom Bundesgerichtshof abgelehnt, das Urteil damit rechtskräftig. Nach achtzehnjähriger Haft wurde sie im Dezember 1979 vom damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß begnadigt und aus dem Frauengefängnis Aichach entlassen.

Brühne stritt die ihr zur Last gelegte Tat zeitlebens ab. Über das Urteil schrieb die Wochenzeitung Die Zeit: „… jenem Schluss, der heute juristischer Konsens ist: Vera Brühne – ob Mörderin oder nicht – hätte auf der Basis solch einseitiger und unsauberer Ermittlungen niemals verurteilt werden dürfen“. Als umso frappierender wurde es von vielen empfunden, dass kein Wiederaufnahmeverfahren zugelassen wurde. Das „Anwaltsmagazin“ schrieb in seiner Nr. 17/2000: „(…) steht nach den neuesten Erkenntnissen der Gerichtsmedizin fest, dass der Tod der Opfer nicht zu dem Zeitpunkt eingetreten sein konnte, den das Gericht unterstellt hat“. Dieser Tatzeitpunkt war ein wichtiger Bestandteil der Urteilsbegründung.

Nach Recherchen des WDR bestehen aus heutiger Sicht weitere Ungereimtheiten in der Urteilsfindung. So könnte der Bundesnachrichtendienst mit Wissen des damaligen Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß den Doppelmord in Auftrag gegeben haben. Erwiesen sind einige ungeklärte Todesfälle, darunter tatsächliche oder mögliche Morde, im Kreis von Zeugen und Mitwissern. Wiederaufnahmeanträge für ein neues Verfahren wurden über Jahre hinweg abgelehnt, als Grund wird politische Einflussnahme vermutet. Auch die überraschende Begnadigung Brühnes durch Strauß wird als Indiz dafür gedeutet, ein neues Verfahren zu verhindern. Der Sohn des Mordopfers, der seinen Vater zunächst bestatten ließ und offenbar erst nach Testamentseröffnung von Brühnes Erbschaft erfuhr, verweigerte ein Interview.

Vera Brühne lebte nach Entlassung aus dem Gefängnis 1979 in ihrer alten Eigentumswohnung in München in der Kaulbachstraße 40 unter dem Namen Maria Adam. 2001 starb Vera Brühne im Klinikum Rechts der Isar in München.

Günther Praun, der Sohn des ermordeten Otto Praun, lebt bis heute in der Villa am Starnberger See. Das Erbe, das nach dem Willen des Ermordeten eigentlich Vera Brühne zugestanden hätte (sprich die Villa in Spanien) ist nach rechtskräftiger Verurteilung von Vera Brühne an ihn übergegangen. In diesem Sinne lebt das Unrecht des Falles bis heute fort.

Die Geschichte der Vera Brühne wurde kurz vor ihrem Tod mit Corinna Harfouch in der Rolle Brühnes und Uwe Ochsenknecht in der Rolle des Johann Ferbach verfilmt (siehe: Vera Brühne (Film)), wobei die Schuldfrage offen gelassen wurde.

Zeitweilig war Brühne mit dem Schauspieler Hans Cossy verheiratet, dem Vater ihrer Tochter Sylvia. Später heiratete sie den bekannten Filmkomponisten Lothar Brühne. Auch diese Ehe wurde geschieden. Vera Brühne wurde auf dem Waldfriedhof Solln im Grab ihres ersten Ehemannes, Hans Cossy (Nr. 13-1-102), ohne Nennung ihres Names beigesetzt.

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Helmut Daube antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Der 19jährige Abiturient Helmut Adolf Daube wurde am Donnerstag, dem 22. März 1928 in Gladbeck ermordet. Die Tat ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt und die Berichterstattung über den Prozess gegen den ersten Verdächtigen im Oktober 1928 verdrängte sogar die Atlantik-Überquerung des Luftschiffes Graf Zeppelin aus den Schlagzeilen.

Der blonde Helmut Daube stammte aus einer Lehrerfamilie. Er war der einzige Sohn des Rektors der Gladbecker Lutherschule. Um zwei Uhr in der Früh verlässt er angetrunken mit mehreren Jugendlichen ein Anwerbungstreffen von Burschenschaftern im Hotel zur Post in Buer. Nachdem die Bekannten nach und nach abzweigten, maschierte er nur mehr mit seinem Schulfreund Karl Hußmann (* 1908) nach Hause.

Zirka um halb vier Uhr schneidet ihm jemand unweit seines elterlichen Hauses in der Schultenstraße 11 mit einem Messer den Hals durch. Anschließend zieht man ihm die Hose herunter und schneidet seine Genitalien mit der umliegenden Haut aus der Leiche. Sie werden nie gefunden.

Sein Vater, Rektor Adolf Daube, und seine Mutter werden durch zwei Hilferufe wach. Der Vater findet das Bett seines Sohnes unberührt, die Mutter meint, dass ihr Sohn gerufen hätte, aber der Vater beruhigt sie und wähnt seinen Sohn in guter Gesellschaft. Der im selben Haus wohnende Rektor Deese wird ebenfalls durch Hilfeschreie geweckt, sieht aus einem Schlafzimmerfenster wie sich eine große kniende Gestalt erhebt die Straße überquert und auf der unbeleuchteten Seite davoneilt. Er hält ihn für einen Betrunkenen aus der gegenüberliegenden Kneipe.

Vor dem Schichtwechsel im Kohlebergwerk kommt um halb fünf der Pförtner Fritz Bauer mit seinem Sohn auf dem Weg zur Arbeit am Tatort vorbei. An der Ecke Gonheide-Schultenstraße bemerkt er die am Boden liegende Person, will den vermeintlich Betrunkenen zum Aufstehen bewegen und bemerkt dabei den Mord. Sein Sohn holt den in der Schultenstraße 9 wohnenden Arzt Dr. Lutter, der ca. 5 Minuten später den Mord bestätigt. Bauer weckt die Eltern und nach anfänglichen Zweifeln erkennen diese im Mordopfer ihren Sohn. Nach 50 Minuten erscheint die Polizei am Tatort, später auch die Mordkommision, welche Fotos macht. Ein Spürhund bringt keinen Erfolg, auch die im Umfeld des Tatorts stattfindende Suche nach den Genitalien bleibt erfolglos.

Später wird Karl Hußmann zum Tatort gebracht. Er meint, dass es möglicherweise seine Schuld sei, da er seinen Freund nicht bis nach Hause begleitet habe. Man bemerkt auf seinen Schuhen und später auch an seinem Mantel Blut, von dem er behauptet, es sei von einer Katze. In seinem Arbeitszimmer findet man eine Aktentasche mit einem leeren Messeretui, welches er ein paar Tage zuvor auf einer „Diebesjagd“ verloren haben will. Hußmann wird festgenommen, aber im Laufe des Tages auf Geheiß der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Aufsehen erregende Mord ist sogleich Tagesgespräch im Ort und einen Tag später national und international in den Schlagzeilen. Aus dem Polizeibericht wird erwähnt, dass der Halsschnitt „kunstgerecht“ durchgeführt wurde, was zu Umsatzeinbußen bei den örtlichen Metzgern führt. Da Selbstmorde mittels Halsschnittes öfter vorkommen, wird auch dieser Möglichkeit nachgegangen.

Am Montag, dem 26. März 1928 wird Helmut Daube unter „riesiger Beteiligung“ im Rondell des Gladbecker Zentralfriedhofes in der Gruft Nr. 26 D beigesetzt. Die Polizei spricht inzwischen offen von einem Sexualverbrechen. Am nächsten Tag wird Hußmann abermals verhaftet. Wieder einen Tag später durchsucht die Polizei den Garten von Hußmanns Pflegevater – Rektor Kleiböhmer – nach dem Messer, wird aber nicht fündig.

Am Samstag, dem 31. März 1928 gibt der Pflegevater seinem Gärtner eine von Hußmann angefertigte Skizze, auf der der mögliche Fundort des bei der „Diebesjagd“ verlorenen Messers eingezeichnet ist. Der Gärtner sticht an der entsprechenden Stelle den Rasen aus und wird fündig. Inzwischen fordert der Essener Staatsanwalt Rosenbaum telegrafisch Spezialisten von der Berliner Mordkommission an, was zuletzt 20 Jahre zuvor geschehen war. Bei der Befragung durch den Berliner Kommissar Werneburg konzentriert man sich auf den Lebenslauf und die „moralischen Qualitäten“ des Jungen, denn in seinem Bücherregal wurde ein Buch des umstrittenen Sexualforschers Magnus Hirschfeld gefunden. Das Verhör führt aber nicht zu neuen Erkenntnissen. Chemische Untersuchungen ergeben, dass das gefundene Messer nicht die Tatwaffe sein kann und aufgrund der starken Rostflecken schon lange vor der Mordnacht in der Erde gelegen haben muss. Bei der Leiche gefundene Haare stammten nicht von Hußmann, sondern möglicherweise von der Decke, mit der Daube zugedeckt wurde.

Am 3. April wird Hußmann nach Essen überführt und am 13. April muss der Polizeipräsident eine Pressekonferenz geben, nachdem etliche nationale wie internationale Zeitungen der Polizei Versagen vorwerfen.

Vermutlich hatte Helmut Daube homosexuelle Kontakte. Wer aber sein Mörder war, wurde nicht mit Sicherheit geklärt. Sein Freund Karl Hußmann wurde freigesprochen.

„In der Urteilsverkündung machte der Richter unmißverständlich klar, daß es nicht in erster Linie um die Erforschung dessen ging, was sich in der Mordnacht tatsächlich ereignete: Es ging vielmehr um die Frage, ob Karl Hußmann nun schwul war - oder nicht. Hätten die Gutachter hier ein klares Urteil fällen können, es wäre sicherlich auch das Urteil über die Frage nach der Täterschaft gewesen. Denn schwul, das war damals - und ist es in vielen Köpfen heute noch - gleichbedeutend mit kriminell und böse.“

– Franz Wegener: INTRO-Recherche: Der Daube-Mord 1928

Hirschfeld kritisierte, dass man sich auf die Homosexualität konzentrierte, was für die Tat nicht von Belang sei. Dagegen habe man Nachforschungen in Richtung psychisch gestörter Serienmörder vernachlässigt.

Den Mord gestand später Rolf vom Busch (* 1905), der wegen des ähnlich verlaufenden Mordes an dem Stricher Kurt Schönig verurteilt worden war. Ein Prozess wegen des Mordes an Helmut Daube wurde ihm möglicherweise deshalb nicht gemacht, weil er 1936 in einem anderen, als geheim eingestuften Prozess, der den damaligen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler betraf, wegen Landesverrates verurteilt wurde.

Da er wegen des Mordes an Kurt Schöning zur Verminderung der Rückfallgefahr kastriert worden war, wollte Rolf vom Busch sich nach eigener Aussage offenbar an führenden Männern des nationalsozialistischen Regimes, denen in der Gesinnung nahe zu stehen er angab, rächen. Denn diese hatten die Entmannung als Strafe bei Sittlichkeitsdelikten verfügt.

Er gab an, Stabschef Ernst Röhm aus der Pfadfinderbewegung zu kennen, ebenso Obergruppenführer Edmund Heines und SA-Gruppenführer Karl Ernst in Berlin. Röhm habe ihn im Hotel Kaiserhof in Berlin dem Führer Adolf Hitler zugeführt und er sei in der Lage, das Genital des Führers zu beschreiben, um seine Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen. Außerdem behauptete er, Briefe Ernst Röhms zu besitzen.

Rolf vom Busch wurde auf Grund dieser Aussagen vom 3. Senat des Volksgerichtshofs in der Sitzung vom 4. August 1936 unter dem Richter Senatspräsident Dr. Springmann wegen Landesverrat zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Urteilsbegründung lautete, dass seine Aussagen das Ansehen des Führers im Ausland hätten herabsetzen können. Die Glaubwürdigkeit der Aussagen wurde nicht beurteilt.

Heutiges Interesse an dem damals Aufsehen erregenden Fall kommt durch die Hinweise auf Hitler und seine Umgebung zu, weil die Prozessakten erhalten blieben und noch vorhanden sind. Andere Hinweise in dieser Richtung wurden vernichtet, Zeugen wie beim Röhmputsch mundtot gemacht.

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Döner-Mordserie antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Als Döner-Mordserie wird in deutschen Medien eine bundesweite Mordserie an vornehmlich türkischstämmigen Kleinunternehmern bezeichnet, die einen bis dahin beispiellosen polizeilichen Ermittlungsaufwand nach sich zog, aber bis heute unaufgeklärt blieb. Der erste Mord der Serie ereignete sich am 9. September 2000, der bislang letzte am 6. April 2006; insgesamt wurden neun Menschen getötet.

Die Opfer, die immer mit der gleichen Tatwaffe, einer Ceska, getötet wurden, waren deutsche Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund, darunter sechs türkische Staatsangehörige, zwei türkischstämmige Deutsche, sowie ein Grieche. Abgesehen von der Tatwaffe und dem gemeinsamen Tätigkeits- wie Einwanderungshintergrund konnten weitere Zusammenhänge oder Querverbindungen zwischen den Opfern oder den Verbrechen durch die Sonderkommissionen der Polizei bislang nicht festgestellt werden. Die meisten Opfer hatten auch keinerlei Bezug zu kriminellen Machenschaften und es gab in keinem der Fälle ein eindeutiges Motiv. Auch eine Vorstellung des Falles in der Fernsehsendung Aktenzeichen XY … ungelöst blieb ohne nennenswerte Ermittlungsfortschritte. Im Juli 2007 rief das türkische Innenministerium speziell Türken in Deutschland zur Unterstützung der deutschen Polizei bei der Aufklärung der Verbrechen auf, um weitere Morde an türkischen Staatsbürgern zu verhindern.

Die Opfer der „Döner-Mordserie“ sind in der Reihenfolge ihrer Ermordung ein Nürnberger Blumenhändler, ein Gemüsehändler aus Nürnberg, ein Hamburger sowie ein Münchener Gemüsehändler, eine Aushilfe in einem Dönerladen in Rostock, ein Nürnberger Dönerstandbesitzer, ein Münchener Mitinhaber eines Schlüsseldienstes, ein Dortmunder Kioskbesitzer und zuletzt ein Kasseler Betreiber eines Internetcafés.

Während zunächst vermutet wurde, dass die Morde von möglicherweise auch verschiedenen Auftragsmördern begangen worden seien (die Boulevardpresse sprach in diesem Zusammenhang von einer „Halbmond-Mafia“), wurde bald auch eine rassistische Motivation eines einzelnen Täters nicht mehr ausgeschlossen. Inzwischen geht das Täterprofiling von einem 25 bis 45jährigen Deutschen als Täter aus.

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12.07.2008 10:05 User offline | E-Mail | Suchen | Buddy |
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Affäre Jaccoud antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Die Affäre Jaccoud war ein Schweizer Justizskandal, der in den 1960er Jahren stattfand.

Am 1. Mai 1958 wurde der siebzigjährige Landmaschinenhändler Charles Zumbach in Plan-les-Ouates auf brutale Weise ermordet. Als seine Ehefrau heimkam, hörte sie vier Schüsse und Hilfeschreie. Kurz darauf wurde sie von einem Unbekannten in den Garten gedrängt und niedergeschossen. Später konnte sie sich an den Täter nicht erinnern. Der Täter - möglicherweise waren es auch mehrere - wandte sich darauf wieder Charles Zumbach zu, den er mit einigen Messerstichen ermordete, bevor er mit einem Fahrrad davonfuhr.

Zumbach führte in Plan-les-Ouates ein Landmaschinengeschäft, das zudem Hauptquartier einer Bande internationaler Krimineller und Waffenhändler war, die von einem ehemaligen französischen Fremdenlegionär namens Reymond geführt wurde.

Als die Polizei Zumbachs Sohn André vernahm, gab dieser an, in der gleichen Nacht zweimal an seiner Arbeitsstelle an einem Genfer Radiosender angerufen worden zu sein - der Anrufer legte aber jedes Mal wieder auf ohne zu sprechen. André Zumbach vermutete, das der Anrufer sicherstellen wollte, dass er nicht bei seinen Eltern war und verdächtigte Pierre Jaccoud der Anrufe. Dieser habe acht Jahre mit Linda Baud , die beim Radiosender als Chefsekretärin arbeitete, eine Beziehung gehabt. Baud sei jetzt aber seine Verlobte und wolle sich von Jaccoud trennen. Jaccoud habe darauf zahlreiche verzweifelte Briefe geschrieben, um sie umzustimmen, und, als das nichts half, acht Monate vor dem Tatgeschehen anonym Nacktfotos an ihren Verlobten geschickt. Die Polizei verdächtigte nun Jaccoud der Tat und durchsuchte in seiner Abwesenheit (er war als Vizepräsident der Handelskammer mit dieser auf einer Reise nach Stockholm) seine Wohnung. Es fanden sich Blutspuren an einem Mantel und auf einem marokkanischen Messer, allerdings hatten Jaccoud und das Opfer dieselbe Blutgruppe Null. Zusätzlich (nach dem später umstrittenen Gutachten des Basler Professors Erik Undritz) waren frische Leberzellen auf dem Messer gefunden worden. Jaccoud besaß zwei Pistolen, die aber nicht die Tatwaffen waren. Außerdem fand sich auf der Straße bei den Zumbachs ein Knopf, der zu der Sorte an einem von Jaccouds Mänteln passte, die er in die Altkleidersammlung gab und bei dem ein Knopf fehlte. Bei der Rückkehr im Juni 1958 wurde Jaccoud daraufhin verhaftet. Jaccoud erlitt im Gefängnis einen Nervenzusammenbruch und war meist auf der Krankenstation.

Ab dem 14. Januar 1960 fand der Prozess vor einem Geschworenengericht in Genf statt. Der Fall erregte auch über die Schweizer Grenzen hinaus großes Aufsehen. Verteidiger Jaccouds war der Pariser Staranwalt René Floriot, auf der Seite der Anklage stand der Staatsanwalt Charles Cornu. Die Ehefrau von Zumbach hatte Jaccoud bei einer Gegenüberstellung nicht wiedererkannt (sondern einen Polizisten identifiziert) und Linda Baud gab zu, zur Zeit der Tat gar nicht mehr mit André Zumbach zusammen gewesen zu sein, sondern mit einem anderen. Trotzdem wurde Jaccoud am Ende wegen einfachen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Geschworenen berieten nur drei Stunden. Für die Pariser Presse war der Fall ein typischer Schweizer Kompromiss und Jaccoud ein Opfer der kalvinistischen Moral der Genfer, die ihre Stadt durch ihn beschmutzt sahen. Wütende Studenten verbrannten darauf Pariser Zeitungen vor dem Gericht. 1980 wurde Jaccouds Revision letztinstanzlich abgewiesen.

Das Urteil ist eines der umstrittensten Schweizer Urteile, oder, in anderen Worten, "un des dossiers «les plus troublants, les plus énigmatiques qui aient jamais défrayé la chronique judiciaire de [la Suisse]»".Gerhard Mauz erachtete den Fall als einen zweiten "Fall Dreyfus".

Gemäss Hans Martin Sutermeister handelte es sich um einen Justizirrtum, dessen Hauptursache mangel- und fehlerhafte rechtsmedizinische Expertisen seien. Der Berner Arzt war lange Zeit bemüht, an dem Wirken von prominenten Kriminalwissenschaftlern und Gerichtsmedizinern, die beteiligt waren, unter anderem Pierre Hegg, "den Einbruch des Dilettantismus in die Gerichtsmedizin" nachzuweisen, und musste sich sogar vor einem Züricher Gericht gegen den Vorwurf verteidigen, diese als "verantwortungslose Nichtskönner diffamiert zu haben". Sutermeister schaffte es, dass der Fall (mehrmals) aufgerollt wurde.

"Dem Prozeß-Beobachter Sutermeister aber wollten die Untersuchungsmethoden des Kollegen Hegg, "eines Autodidakten ohne gründliche Ausbildung, der sich schon häufiger irrte", nicht behagen. Er hätte sich nun freilich niemals der Untersuchungsmethoden Heggs kritisch angenommen, wäre er nicht von Anfang an überzeugt gewesen, daß Jaccoud unschuldig sei. ... Charles Zumbach sei ermordet worden, weil er den algerischen Rebellen für 12 000 Dollar Sprengstoff geliefert habe, der nicht zündete. Auf dieser Fährte stieß der Amateurdetektiv schließlich auf eine Bande internationaler Gauner und Waffenhändler, denen es gefallen hatte, ausgerechnet die Garage des Charles Zumbach als Hauptquartier auszuwählen. Angeführt von dem ehemaligen Indochina-Legionär Reymond, hatte die Bande - zweifellos ohne Wissen Zumbachs - in der Garage auch Dolche und Stellmesser aufbewahrt, die nach Sutermeister als Mordwaffen in Frage kommen könnten. Der Spiegel 45/1960 vom 2. November 1960, Seite 71.

Sutermeisters Hauptargument berief sich auf unsorgfältige Blutuntersuchungen.

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03.10.2008 18:40 User offline | E-Mail | Suchen | Buddy |
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Abdulmalik Achmedilow antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Abdulmalik Achmedilow war ein russischer regierungskritischer Journalist.

Achmedilow war stellvertretender Herausgeber der in awarischer Sprache erscheinenden Zeitung „Chakikat“ (dt.: „Wahrheit“) und Chefredakteur der monatlich erscheinenden awarischen Zeitschrift „Sogratl“ (Sogratl ist der Name eines Bergdorfes in Dagestan). Er war ein scharfer Kritiker der russischen und dagestanischen Sicherheitskräfte, denen er vorwarf, religiöse und politische Abweichler unter dem Deckmantel von der Extremismusbekämpfung zu unterdrücken. Er war auch für seine investigativen Reportagen über die Ermordung hochrangiger Beamter in Dagestan bekannt.

Im Frühjahr 2006 hatte er an dem Internationalen Praktikantenprogramm des Deutschen Bundestages als Praktikant teilgenommen und war im Büro der Bundestagsabgeordneten Margrit Wetzel tätig.

Am 11. August 2009 wurde er in der Ortschaft Palmira nahe der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala erschossen aufgefunden.

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20.06.2010 14:17 User offline | E-Mail | Suchen | Buddy |
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Martin Adler antworten | zitieren | bearbeiten | melden |         [ Top ]

Martin John Lars Adler (* 30. Oktober 1958 in Stockholm; † 23. Juni 2006 in Mogadischu, Somalia) war ein schwedischer Journalist und Fotograf.

Adler wurde in Stockholm geboren und wuchs in Västerås auf. Er berichtete von den Krisenherden der Welt und hatte in vielen Kriegszonen gearbeitet, unter anderem in El Salvador, Rwanda, Kongo-Kinshasa, Angola, Sierra Leone, Liberia, Tschetschenien, Bosnien, Afghanistan, Sri Lanka, Kaschmir, Burundi, Somalia, Sudan, Eritrea und im Irak. Adler war einer der wenigen Journalisten, die den tschetschenischen Untergrundkämpfer Schamil Bassajew interviewt hatten.

2001 wurde Adler der Medienpreis von Amnesty International verliehen. Diese Auszeichnung erhielt er für seine Reportage über die Entführung und den Handel mit chinesischen Frauen. Außerdem wurde ihm 2001 der Silver Prize for Investigative Journalism beim New York TV Festival verliehen. 2004 erhielt er den Rory Peck Award for Hard News für On Patrol with Charlie Company im Irak.

Martin Adler wurde am 23. Juni 2006 von einem bisher unbekannten Täter bei einer Demonstration in Somalias Hauptstadt Mogadischu ermordet. Adler wurde 47 Jahre alt und hinterlässt seine Ehefrau und zwei Töchter.

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